Spätestens mit der Globalisierung ist die Lieferkette zum Herzstück in vielen Unternehmen geworden. Das gilt vor allem für die produzierende Industrie mit ihren vielen globalen Verkettungen und Verzweigungen. Allerdings setzte man bislang auf eine freiwillige Selbstverpflichtung von Unternehmen für ethische Prinzipien in ihren Lieferketten. Sie sollen eigenständig für die Einhaltung der Menschenrechte und Umweltstandards entlang ihrer Lieferketten sorgen. Zur Überprüfung führte die EU-Kommission eine Studie zur Sorgfaltspflicht in der Lieferkette im Januar 2020 durch. Mit ernüchternden Ergebnissen: Nur ein Drittel der Unternehmen prüfen ihre globalen Lieferketten. Um diese Zahlen künftig zu verbessern, ist im neuen Jahr ein Gesetz auf EU-Ebene für Unternehmen mit mehr als 500 Beschäftigten geplant.

 

Verantwortungsvolles agieren im Alltag

Denn mit steigender Anzahl von Geschäftsabläufen bei international verteilten Lieferanten, Partnern und deren Abhängigkeiten voneinander, steigt das Risiko gegen Compliance-Richtlinien zu verstoßen. Ob Rohstoffe aus Entwicklungsländern, Dienstleistungen auf der anderen Seite des Ozeans oder Fertigungsprozesse, die aus Kostengründen in Schwellenländer ausgelagert werden: Je länger die Lieferkette, desto undurchsichtiger sind in der Regel auch die vor- und nachgelagerten Abläufe.

Nehmen wir das Beispiel Risikomanagement: Hier ist eine enge Zusammenarbeit mit Lieferanten eine zwingende Voraussetzung, um bestimmte Standards einhalten zu können. Dazu gehört beispielsweise die Festschreibung eines Mindestalters für Beschäftigte oder der Abschluss von Arbeitsverträgen. Auch Aspekte wie Gesundheitsschutz und Arbeitssicherheit entlang der Supply Chain haben direkte Auswirkungen auf die Compliance. Gleiches gilt für Produkte. Der Einkauf von Rohstoffen etwa muss sozialen und ökologischen Richtlinien entsprechen, um nachhaltige Geschäftsabläufe gewährleisten zu können.

Im Rahmen dieser Überlegungen gilt es für Unternehmen, nicht nur die Verantwortung für eigene Entscheidungen zu übernehmen. Vielmehr muss sich Compliance und Nachhaltigkeit über die gesamte Wertschöpfungskette erstrecken. Dazu gehören neben dem Unternehmen selbst auch dessen Tochtergesellschaften und sogar Lieferanten und Partner. Erst durch die Einbindung aller Beteiligten ist es tatsächlich möglich, ein nachhaltiges Lieferkettenmanagement ins Leben zu rufen, das als echter Motor für die Wertschöpfung und damit als Garant für den Unternehmenserfolg fungiert.

 

Im Fokus von Stakeholdern und Gesellschaft

Eine gute Compliance in Verbindung mit nachhaltigen Geschäftsstrategien führt nicht nur zu direkten wirtschaftlichen Vorteilen für Unternehmen. Auch nicht-monetäre, soziale und ökologische Aspekte sind heute Treiber für das Wohlergehen eines Unternehmens. So erwachsen mit der Verpflichtung zur Nachhaltigkeit auch ökonomische Vorteile – schon deshalb, weil die Gesellschaft ein nachhaltiges Engagement erwartet. Eine Balance zwischen ökologischem, sozialem und wirtschaftlichem Handeln und die Berücksichtigung dieser Faktoren auf die Supply Chain wirkt sich also direkt auf den Umsatz aus.

Gleichwohl können Verstöße gegen Compliance-Anforderungen weitreichende Folgen für Unternehmen haben. Dazu gehören neben Reputationsschäden, Bußgelder und Geldstrafen sogar Schadensersatzansprüche gegen Organmitglieder, der Ausschluss von öffentlichen Ausschreibungen oder gar eine strafrechtliche Verfolgung. Die Nachhaltigkeit hat sich zur Voraussetzung für die Einhaltung der Compliance entwickelt. Und ohne Compliance funktioniert im Zeitalter der Digitalisierung sowieso nichts mehr.


Compliance,  Due Diligence


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